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Medienmitteilungen

Bern, 31. August 2010

Halbjahresergebnis BLS Cargo

Starker Franken hemmt Aufschwung

BLS Cargo hat die internationale Wirtschaftskrise in 2009 erfolgreich gemeistert. Die Verkehrsleistung stieg im ersten Halbjahr 2010 gegenüber der Vorjahresperiode um 8% und das betriebliche Gesamtergebnis (EBIT) lag deutlich über Budget. Grosse Sorgen bereitet der starke Schweizer Franken gegenüber dem Euro, welcher das finanzielle Ergebnis von BLS Cargo erheblich beeinträchtigte.

BLS Cargo steigerte die Verkehrsleistung im ersten Halbjahr 2010 auf 1'624 Mio. Nettotonnenkilometer, was einem Wachstum von 8% entspricht. Trotz dieser Steigerung ist das Leistungsniveau vor der Wirtschaftskrise 2009 noch nicht erreicht, was zeigt, wie grundlegend die Wirtschaftskrise den internationalen Schienengüterverkehr im Jahr 2009 erschüttert hat.

Haupttreiber des Wachstums im ersten Halbjahr 2010 bei BLS Cargo waren einerseits die internationale kombinierten Verkehre (Container, Wechselbehälter), die insbesondere über die Lötschberg-Achse (+ 17%) zunahmen. Andererseits trugen die konventionellen Verkehre über die Gotthardachse (+40%) zur positiven Halbjahresbilanz bei. Die Verkehre der Rollenden Autobahn nahmen um 5% zu, nachdem sie als einziges Verkehrssegment auch in 2009 gewachsen waren.

Betriebsergebnis über Budget

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg aufgrund der positiven Verkehrsentwicklung auf 2.4 Mio. CHF und konnte somit gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 um 6.6 Mio. CHF gesteigert werden. Die Verbesserung des EBIT zeigt deutlich, dass BLS Cargo in 2009 richtig und konsequent auf die Wirtschaftskrise und den Nachfrageeinbruch reagiert hat. Umgesetzt wurden sowohl Massnahmen zur Kapazitätsanpassung, Kostensenkung (z.B. Ausgabenstopp) als auch zur Effizienzsteigerung.

Trotz der erfreulichen Mengenentwicklung und des positiven EBIT steht BLS Cargo vor einer neuen schwerwiegenden Herausforderung: Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Lag der Wechselkurs im Dezember 2009 noch bei ca. 1.51 CHF, steht der Kurs derzeit bei ca. 1.30 CHF, was einem Wertverlust von rund 14% entspricht.

Starker Schweizer Franken: Schmerzgrenze erreicht

Der Euro ist die Leitwährung in der europäischen Transportbranche, weshalb BLS Cargo die Dienstleistung am Markt bei den direkten Kunden, der verladenden Wirtschaft in den benachbarten Ländern, sowie bei den Partnerbahnen weitgehend in Euro verkauft. Demgegenüber fällt der überwiegende Teil der Produktionskosten z.B. für Lokführer sowie die Trassengebühren in Schweizer Franken an. Damit ergibt sich für die betreffenden Leistungen rein währungsbedingt ein Ertrags- und Margenrückgang für eine ansonst unveränderte Transitleistung. Der starke Franken trifft somit die Schienengüterverkehrsbranche und speziell die im Transit tätigen Unternehmen in der Schweiz wie BLS Cargo massiv und beeinflusst negativ das Unternehmensergebnis. Trotz des überdurchschnittlichen EBIT weist BLS Cargo per 30.06.10 aufgrund dieser Währungsproblematik einen Unternehmensverlust von CHF 2.7 Mio. aus. Obwohl BLS Cargo weiteres Verkehrswachstum bis Ende 2010 voraussieht, ist nicht zu erwarten, dass die negativen Währungseffekte kompensiert werden können.

Da zum einen diese Struktur der Einnahmen in Euro und der Aufwendungen in Franken kurzfristig nicht angepasst werden kann und zum anderen davon ausgegangen werden muss, dass die Frankenstärke weiter anhalten wird, sind Preisanpassungen bei den Schweizer Güterbahnen im Transit durch die Schweiz unumgänglich. Es ist hierbei eine grosse Herausforderung die Wettbewerbsfähigkeit des Schienentransits durch die Schweiz gegenüber dem LKW-Sektor und anderen Transitachsen aufrechtzuerhalten. Negative Auswirkungen auf die Verlagerungspolitik sind dementsprechend zu erwarten.

BLS Cargo AG

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