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Medienmitteilungen

Bern, 12. September 2011

Halbjahresergebnis BLS Cargo

Verkehrsleistung gesteigert – Schwacher Euro drückt aufs Ergebnis

BLS Cargo blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2011 zurück. Die Verkehrsleistung konnte das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr auf 1'984 Mio. Nettotonnenkilometer*) steigern. Sie lag damit in etwa wieder auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2008, dem bisher stärksten Halbjahr in der 10-jährigen Unternehmensgeschichte von BLS Cargo. Wermutstropfen ist der schwache Euro, der zu starken Währungsverlusten und einem ne-gativen Halbjahrsergebnis geführt hat.

Haupttreiber des Wachstums im ersten Halbjahr 2011 bei BLS Cargo waren die Verkehre über die Lötschberg-Achse, die im Vorjahresvergleich um 20% zugenommen haben, speziell getragen durch den internationalen Kombinierten Verkehr (Container, Wechselbehälter). Das Wachstum auf der Gotthardachse war demgegenüber mit 9% Prozent bescheidener, was auf Baustellen und Rückverlagerung von Güterzügen auf die Lötschberg-Simplon-Achse zurückzuführen ist. Gegenüber dem Vorjahr konnte BLS Cargo seinen Marktanteil im alpenquerenden Schienengüterverkehr leicht steigern (Quelle: Semesterbericht BAV). 

Schwacher Euro drückt aufs Ergebnis

Trotz der sehr erfreulichen Verkehrs- und Mengenentwicklung im 1. Halbjahr 2011 konnte BLS Cargo nur ein knapp positives Betriebsergebnis (EBIT) von CHF 0.2 Mio. erzielen. Die Erfolgsrechnung schliesst per 30. Juni 2011 mit einem Verlust von CHF 2.1 Mio. (Vorjahr CHF -2.7 Mio.) ab. Der Hauptgrund für das negative Ergebnis liegt in der Euroschwäche, die zu starken Währungsverlusten geführt hat.

Der Euro ist die Leitwährung im europäischen Transportmarkt. BLS Cargo erzielt ihre Erlöse in Euro, während die direkten Kosten für Personal, Trassen und Lokomotiven in Schweizer Franken anfallen. Der rasche Kursverlust des Euro wirkt sich deshalb direkt und negativ auf die Erträge aus. Diesen Effekt konnte BLS Cargo trotz weiterer Bemühungen zur Steigerung der Produktivität im Gesamtergebnis nicht kompensieren. Somit wird das Ergebnis von BLS Cargo auch dieses Jahr sehr stark durch die Währungsentwicklung negativ beeinflusst. 

Herausforderung Euroschwäche

Die zentrale Herausforderung für BLS Cargo liegt derzeit in der Reaktion auf die schwierige Währungssituation. Mit ihrer Intervention hat die Schweizerische Nationalbank ein wichtiges Zeichen gesetzt. Aber auch ein Kursniveau von 1.20 CHF/€ bleibt für die Schweizer Schienengüterverkehrsunternehmen höchst problematisch. Kurzfristig kann und wird BLS Cargo ihre wirtschaftliche Position nur mittels Preiserhöhungen am Markt wiederherstellen können. Da dies die gesamte Branche betrifft, können negative Auswirkungen auf die Verlagerungspolitik entstehen.  

Zunehmende Trassenknappheit und höhere Trassenpreise verteuern den Schienengüterverkehr. Zunehmend kritisch wird zudem die Verfügbarkeit der Infrastruktur auf den Transitachsen für den Güterverkehr. Kurzfristig besteht wegen der Sanierungsarbeiten nach dem Brand im Simplontunnel ein spürbarer Engpass auf der Lötschberg-Simplon-Achse. Dieser Sanierung folgen nahtlos weitere umfangreiche Einschränkungen durch geplante und notwendige Bauarbeiten an der Tunnelinfrastruktur, die bis 2014 dauern werden. 

Die dadurch entstehenden Engpässe erschweren die Betriebsabläufe erheblich und limitieren weitere Wachstumsmöglichkeiten für den Güterverkehr. Für das Fahrplanjahr 2012 stehen erstmals den Güterbahnen für das von den Kunden bestellte Transportvolumen auf der Lötschberg-Simplon-Achse nicht mehr genügend Trassen zur Verfügung. Deshalb führte die Trassenvergabestelle (trasse.ch) erstmals ein Bietverfahren durch. Dieses hat für die Güterbahnen Unsicherheiten und erhebliche Mehrkosten zur Folge, kann aber die fehlenden Trassenkapazitäten nicht ersetzen. Ab 2013 muss BLS Cargo zudem nach den jüngsten Bundesratsbeschlüssen mit stark erhöhten Trassenpreisen umgehen und diese an den Markt weitergeben.

BLS Cargo AG
 

*) Dies bedeutet nominal eine Steigerung von 22% gegenüber Vorjahr. Aufgrund einer statistischen Umstellung bei den Zugskilometern (Standardwerte auf Ist-Werte) entspricht dies einer real vergleichbaren Steigerung zum Vorjahr von 12%.

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