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Medienmitteilungen

Bern, 20.09. 2012

Halbjahresergebnis BLS Cargo

Streckenunterbrüche verhindern Erfolg

 

BLS Cargo hat im ersten Halbjahr 2012 einen Rückgang der Verkehrsleistung von 14% verzeichnet. Streckenunterbrüche, insbesondere die lange Sperre auf der Gotthardachse, forderten höchste Flexibilität und belasteten das Ergebnis.

Das erste Halbjahr stand im Zeichen von vielen betrieblichen Störungen auf den wichtigen Transitstrecken durch die Schweiz, was von den Bahnen ein hohes Mass an Flexibilität forderte. Reparaturarbeiten von Januar bis März nach einer Entgleisung auf der Simplonachse und die vierwöchige Sperre der Gotthardstrecke im Juni wegen eines Felssturzes beeinträchtigten den Transitgüterverkehr durch die Schweiz in hohem Masse. BLS Cargo mit ihrem Schwerpunkt in diesem Verkehrssegment, war deshalb von den Unterbrüchen besonders stark betroffen.

Leistungseinbussen wegen Streckenunterbrüchen

Die Verkehrsleistung von BLS Cargo sank im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 14% auf 1'703 Nettotonnenkilometer (Vorjahr 1'984 Ntkm). Auf der Gotthardachse war insbesondere wegen des langen Unterbruchs eine Abnahme um 31% zu verzeichnen, währenddem BLS Cargo auf der Lötschberg-Simplonachse ein Minus von 5% erzielte. Daneben wirkte sich auch die Konjunkturabschwächung im Euro-Raum, speziell in Norditalien, negativ auf die Transportnachfrage aus. Positiv entwickelte sich der Binnen-, Import- und Exportverkehr, der dank neuer Verkehre um 93% zulegte.

Mehrbelastung während Gotthardsperre

Der Felssturz auf der Gotthardachse hatte für BLS Cargo schwerwiegende Folgen. Allein die Hälfte aller bis Ende Juni ausgefallen Züge basierten auf der Gotthardsperre und führten zu namhaften Ertragsausfällen. BLS Cargo hat sich mit hoher Flexibilität zu Gunsten der Kunden für alternative Leistungen über die Lötschberg-Simplonachse engagiert und konnte so etwa 50% der Regelverkehre auf diese Achse umleiten. Dies führte jedoch zu starkem Mehraufwand in der Planung, der Disposition, dem Personal- und Lokeinsatz und in der Abstimmung mit den Kunden. Die mehrwöchige Sperre am Gotthard zeigt eindrücklich, dass die Infrastruktur im Transitverkehr ausreichend Reserven und Redundanzen braucht, damit sie im Notfall funktionsfähig bleibt. Der Güterverkehr muss zumindest in Teilen von einer Transitachse auf eine andere ausweichen können. Dies muss in der verlagerungspolitischen Diskussion und den zukünftigen Infrastrukturplanungen stark eingebracht werden.

 

Streckenunterbrüche verhindern Erfolg

Die störungsbedingten Zugsausfälle und die Konjunkturabschwächung führten zu einem negativen Betriebsergebnis im ersten Halbjahr in Höhe von -1.0 Mio. CHF (Vorjahr 0.2). Die Erfolgsrechnung schloss per 30. Juni 2012 mit einem Verlust von -1.9 Mio. CHF (Vorjahr -2.1). Ein im zweiten Quartal eingeführtes Kostensenkungsprogramm federte die negativen Auswirkungen der Streckenunterbrüche teilweise ab, verfehlte aber sein ursprüngliches Ziel, BLS Cargo zurück in die Gewinnzone zu bringen. In den Monaten ohne Betriebseinschränkungen arbeitete BLS Cargo denn auch wieder mit Gewinn. „Dies stimmt uns positiv und zeigt, dass wir mit unserem anpassungsfähigen Geschäftsmodell auf dem richtigen Weg sind.“, erläutert CEO Dirk Stahl. Neben der Verkehrsleistung spielt der Mindest-Euro-Kurs von 1.20 eine entscheidende Rolle, worauf sich das Unternehmen in den vergangenen Monaten bestmöglich angepasst hat. Neben den klassischen Absicherungsinstrumenten auf dem Kapitalmarkt wurden Verträge mit Kunden auf Schweizer Franken umgestellt, neue Einkaufsstrategien umgesetzt und auch Preisanpassungen vorgenommen.

 

Ausblick

BLS Cargo wird auch im zweiten Halbjahr 2012 stark gefordert sein. Die Vollsperre der Simplon-Südrampe zwischen August bis Anfang September führte erneut zu namhaften Zugsausfällen. Nur rund 40% des BLS Cargo-Verkehrs konnte während der Sperre umgeleitet werden. Für den Rest (z.B. Züge der Rollenden Autobahn) bestand aufgrund von Profilfragen oder Destination Domodossola keine Alternative, die betroffenen Züge fielen aus. Kommerziell wird BLS Cargo im 2013 stark von den erhöhten Trassenpreisen und der Einführung eines Gefahrgutzuschlags belastet, der weitgehend an die Kunden weitergegeben werden muss.


BLS Cargo AG


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